Das Pfarr- und Gemeindehaus

In der Hauptstraße 58 befindet sich das Pfarr- und Gemeindehaus der Lutherkirchengemeinde. Hier sind das Pfarramt 2 Süd und die Privatwohnungen des Pfarrers und der Kirchendienerin untergebracht. In den beiden Räumen Landgrafensaal und Musikzimmer treffen sich regelmäßig die Gruppen und Kreise der Gemeinde, so findet beispielsweise jeden Sonntag parallel zum Gottesdienst in der Kirche im Musikzimmer der Kindergottesdienst statt.

Die Geschichte des Gebäudes

Zwischen den Jahren 1760 und 1770 veranlasste Landgraf Ludwig IX. den Bau einer Garnisonsschule für die Kinder der Grenadiersfamilien direkt neben der Garnisonskirche, der heutigen Lutherkirche. Im Erdgeschoss waren vier Klassenzimmer untergebracht. Später wurde diese Schule in eine Lateinschule umgewandelt. Dadurch wurde sie zur Vorgängerin des heutigen Immanuel Kant-Gymnasiums. Nach dem Umzug der Schule wurde das Gebäude Sitz des protestantischen Dekanates. Im Zweiten Weltkrieg wurde dieses Gebäude, wie auch die Kirche, am 9. August 1944 durch Bomben zerstört. Unter Lebensgefahr rettete der damalige Dekan Eugen Knieriemen die Akten, sein Hausrat verbrannte.

1955 wurde das Gebäude wieder aufgebaut. Die Fassade wurde nach alten Plänen unter Verwendung der alten Steine wieder errichtet. Da der Dekanssitz in die Landauer Straße 48 verlegt wurde, zogen in die Hauptstraße 58 das Protestantische Gemeindeamt, das Pfarramt 3 mit Pfarrfamilie, der Kirchendiener mit Familie und der Kindergarten ein. Nach dem Umzug des Gemeindeamtes in die Dankelsbachstraße 64 wurden die Räume im Erdgeschoss zu Gemeinderäumen. Nach der Auflösung des Pfarramtes 3 ist heute das Pfarramt 2 Süd in der Hauptstraße 58 angesiedelt.