Andacht

Freiheit!

Viele Lieder besingen die Freiheit. Da ist der Song „Freiheit“ von Westernhagen. Oder „I want to break free“ von Queen. Das Volkslied „Die Gedanken sind frei“ kennen die Älteren unter uns noch aus der Schule.

Freiheit scheint eine Ursehnsucht des Menschen zu sein: Ich will frei leben. Kämpfer um und für die Freiheit sind nicht selten zu Volkshelden geworden. Ich denke unter anderem an Andreas Hofer, Mahatma Gandhi und Nelson Mandela.

Als Christ berufe ich mich auf die sogenannte „Evangelische Freiheit“; also die Freiheit, die aus dem Evangelium Jesu Christi erwächst:

Durch Christus bin ich befreit von der Notwendigkeit, mich Gott andienen zu müssen. Ich muss mich bei ihm nicht „lieb Kind“ machen! Er liebt mich sowieso. Er begegnet mir mit Gnade; mit offenen Armen!

Als von Gott „Begnadigter“ bin ich befreit. Befreit zu einem Leben unter Gottes Wort und Verheißung; zu einem Leben in der Liebe.

Evangelische Freiheit ist keine Freiheit von allem. Willkür geht mit dieser Freiheit nicht zusammen.

Freiheit aus dem Evangelium ist die Freiheit zu einem Gott wohlgefälligen Leben: Ein Leben in Liebe zum Schöpfer, zur Mitschöpfung und vor allem zum Nächsten!

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auferlegen.So sagt es der Apostel Paulus (Gal 5,1). Dieses Bibelwort ist Monatsspruch für den Oktober.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie im Spätsommer die Freiheit spüren können, zu der uns Gott berufen hat. Und einen „befreiten Herbst“

Ihr
Ralph Krieger, Dekan

Andacht

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage,

November – graue Tage. Trauertage. Hoffnungstage auch. Denn November ist ein bunter Monat!

Rückschau – 09. November.
Auf Leid – Pogrome 1938.
Auf Hoffnung – Ende von Kaiserreich und Krieg 1918
Auf Euphorie – Öffnung der DDR-Grenze „Mauer“ 1989.

Rückschau – persönlich
Auf Menschen, die starben. Die wir verabschiedet haben. Wir erinnern sie. Allerseelen im katholischen Raum. Toten- & Ewigkeitssonntag bei uns.
Auf Menschen, die in den Kriegen des 20. Jahrhunderts gestorben wurden – Volkstrauertag.

Hoffnungszeit – Friedensdekade. 10 Tage (08.-18. November) halten Christ:innen inne. Schauen auf Menschen, die sich für Frieden eingesetzt haben. Dies aktuell tun. Tragen die Bitte um Frieden in ihr direktes Umfeld, in unsere Gesellschaft. Bringen sie im Gebet vor Gott. Setzen damit ein Zeichen in Zeiten, in denen Krieg wieder ein Mittel zur Fortsetzung der Politik zu werden scheint. Denken nach über Wege, wie wir friedlicher miteinander leben können. Im Kleinen. Hier vor Ort. Im Großen zwischen den Völkern und Saaten. Getragen in diesem Jahr von dem Wort, das über dem November steht.

Jesaja sagt: Der HERR wird Recht schaffen zwischen den Nationen. Viele Völker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden. Ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie hören auf, das Schwert zu heben, Nation gegen Nation. Sie beenden, Krieg zu lernen.

Hoffnungswort in aggressiven Zeiten. Utopie? Vielleicht ein Traum. Aber: beginnen wir. Bei uns.

Hoffnungszeit – Advent beginnt dieses Jahr im November. Zeit der Stille. Der Ruhe und Vorbereitung. Im Ende leuchtet schon ein wenig der Stern von Weihnachten. Davor aber: Advent. Zeit der Hoffnung.

Dass Du den November genießen kannst in all seiner Buntheit – dazu stütze Dich unser Gott, Gott des Lebens. Bleibe behütet.

Dein Seelsorger Wolfdietrich Rasp